Samstag, 25. Juli 2015

Gedanken - was haben Flüchtlinge mit Hunden zu tun?

Da bin ich schon wieder.

Ich habe heute auf Arbeit viel Zeit gehabt (es hat geregnet wie aus Kübeln ;) ) und habe Facebook hoch und runter gelesen.

Sachen wie Pegida, Fremdenfeindlichkeit oder gar -hass, lebensverachtende Themen und Postings, dass man im wahrsten Sinne kotzen will, findet man da überall. Entschuldigt meine Wortwahl, das war das netteste Wort, das ich dafür finden konnte.

Da liest man von einem Azubi in Österreich, der fremdenfeindlich postete und von seinem Arbeitgeber Porsche direkt rausgeschmissen wurde. Sehr löblich finde ich das.
Was hat er gepostet? Die Feuerwehr hatte eine Outdoor-Dusche für Flüchtlinge konstruiert und es wurde ein Bild von einem 6jährigen Mädchen aus Syrien stammend gepostet, die einfach strahlte und Spaß mit dem Wasser hatte.
Darunter rief er dazu auf doch lieber einen Flammenwerfer zu nehmen. Er wollte also dieses unschuldige Mädchen lieber brennen sehen, als es im eigenen Land zu haben.
Nun kroch er zu Kreuze und schrieb weiterhin auf Facebook, es täte ihm leid und sowas könne man doch nicht ernst nehmen.

Aber im Kopf fängt alles an, da fangen terroristische Pläne an, es fängt Hass an, es fängt Gewalt an - wie kann man sowas grausames dann nicht ernst nehmen?

Dieses ganze braune Gedankengut macht mir hingegen grosse Angst. Der 2. Weltkrieg ist noch nicht einmal 100 Jahre her - Opfer des NSDAP und seinen willigen Helfern leben heute teilweise noch. Und wieder müssen sie erleben wie der Fremdenhass um sich greift. Was wohl in ihnen vorgeht?

Und was ist mit den Flüchtlingen, die gekommen sind, um Hilfe zu bekommen? Die gekommen sind, weil sie in ihrem eigenen Land sterben würden, begraben unter Schutt und Asche, über den Haufen geschossen, gesteinigt oder oder oder - ich will mir gar nicht ausmalen, was diesen Menschen alles passieren kann, wenn sie bleiben wo sie sind.
Nun stelle sich jeder Leser - gleich welcher Gesinnung er ist - die Frage: Was würde ich tun, wenn ich dort leben würde?

Es gibt keinen Menschen, der dann nicht fliehen würde, ausser diejenigen, die es nicht können. Weil sie das Geld nicht haben, um in ein Flugzeug zu steigen oder weil sie sich verpflichtet fühlen ihr Vaterland zu verteidigen, weil sie krank sind - es gibt viele Gründe nicht zu gehen, aber es gibt auch viele Gründe es zu tun.
Männer werden von ISIS verpflichtet zu kämpfen - oder getötet. Und da wundern sich einige, dass es viele männliche Flüchtlinge gibt?

Steckt es in den Genen der Deutschen Fremde abzulehnen? Ist es der "Fluch" in einem Sozialstaat zu leben, es nicht zu wollen, wenn wir helfen sollen?
Ja, es gibt Armut in Deutschland, es gibt Menschen, die vom Netz nicht aufgefangen werden und für diese Menschen muss etwas getan werden. Aber die Bemühung dahingehend hört doch nicht auf, nur weil 200 Syrier in Sachsen um Asyl bitten?!

Ich habe einen Kurzfilm gesehen wie unterschiedlich Flüchtlinge behandelt werden. Während in Sachsen alle feindlich gesinnt zu sein scheinen, bin ich so erleichtert zu sehen, dass das gefilmte Örtchen in Schleswig-Holstein alle herzlich willkommen heisst. Wieder einmal bin ich besonders stolz auf die Schleswig-Holsteiner und dass ich auch einer von ihnen bin. Ich bin nicht stolz Deutscher zu sein, aber ich bin stolz Schleswig-Holsteiner durch und durch zu sein. ;)
Ich in froh, dass "mein" Bundesland zeigt wie es richtig geht, mich nicht im Fernsehen beschämt.

Aber vor allem schockierte mich ein Satz, der von einer älteren Dame aus Sachsen stammt: "Ja, die werfen Steine, aber ja nicht auf Deutsche."
Nicht auf Deutsche, sondern auf "minderwertiges Leben" oder was?
Fremdschämen und Angst, dass die rechten sich wieder durchsetzen könnten überkommt mich, wenn ich so etwas höre und sehe. Ich sehe die fehlende Menschlichkeit und das ist wirklich beängstigend.

Ihr wisst in all der Zeit, die ich hier poste, bin ich nie wirklich politisch gewesen, aber dieses Thema ist so gross und so angsteinflössend, dass es einfach raus muss.

Was aber hat das denn mit Hunden zu tun?

Jeden Tag kommen hunderte Hunde aus dem Ausland bei uns an. Hunde aus der Türkei, Spanien, Rumänien, Russland und sogar China. Hunde, die auf die Strasse gesetzt wurden, in Tötungsstationen abgegeben wurden, die keine Chance mehr auf ein Leben haben, wenn sie nicht zu uns kommen.
Das wissen wir und tun alles dafür, dass diese Hunde überleben können.

Man wird heute schon komisch angeschaut, wenn man einen Hund aus dem deutschen Tierschutz zu seiner Familie zählt.
Wie selbstverständlich werde ich immer wieder gefragt aus welchem Land Nelly denn sei. Die Augen werden immer gross, wenn ich sage "Sie ist aus Deutschland.". Ich wurde auch schonmal gefragt, ob ich kein schlechtes Gewissen den spanischen Hunden gegenüber hätte, denn weil ich einen Hund aus dem deutschen Tierschutz genommen habe, musste ein Spanier sterben.
Was ist das für eine Logik???

Naja, auch diese Leute können nun zufrieden sein, denn Anna stammte aus Spanien und auch Hummel kommt aus Spanien. Mir ist nicht wichtig woher der Hund kommt, solange er zu uns passt - und so sehe ich das auch mit den Flüchtlingen.

Ich stele nicht das Leben eines Menschen über das eines Hundes oder anders herum. Und doch frage ich mich wieso das so ist.
"Gebt uns eure Hunde, die müssen wir retten, aber ihr krepiert bitteschön durch die Kugel eines Maschinengewehrs, weil ich nicht will, dass ihr 10 km eiter ein Zelt aufschlagt!"

Oder wie?

Wir fliegen nach Ägypten und in die Türkei in Urlaub, aber Musline sind die bösesten Geschöpfe der Welt?!

Ich hätte hunderte solcher Beispiele, aber ich glaube, dass es veranschaulicht was ich meine.

Jedes Leben ist wertvoll - wenn wir die Hunde aus der Türkei retten können, dann können wir auch ein 6jähriges Mädchen aus Syrien retten.

Meint ihr nicht, dass das unser aller Pflicht ist, denen es uns in unserem reichen Land gut geht?

Ich glaube das und bin der Überzeugung, dass ein friediches Zusammenleben möglich ist.

Keine 3 km von mir entfernt sind viele Flüchtlinge untergebracht. Schon seit einigen Monaten. Ich habe noch nie einen gesehen, die Einbrüche oder Kriminalität ist nicht angestiegen, ich werde in meiner freien Entfaltung nicht eingeschränkt. Wo also sollte mein Problem sein, dass 3 km weiter Menschen in Sicherheit sind, in deren Heimat Krieg ist? Wie käme ich dazu sie mit Steinen zu bewerfen oder andere Gräueltaten an ihnen zu verüben, die sie mich doch vollkommen in Ruhe lassen?

Ich habe einen spanischen Hund unter meinem Schreibtisch sitzen - einen "Flüchtling", wenn man so will, der in seiner Heimat keine Chance hatte.
Warum sollte ich dies einem Menschen verwehren wollen?

Hummel - eine neue Gefährtin zieht ein

Guten Morgen zusammen,

Anna fehlt jeden Tag, ihr Humor, ihre Treue, ihre Ruhe und Gelassenheit. Auch ihre Marotten und Macken, die mich erfreuten, aber auch manchmal in den Wahnsinn trieben. Alles an ihr fehlt und das wird noch sehr lange so bleiben.

Da Nelly ebenfalls sehr unter dem Verlust unserer Zaubermaus gelitten hat, habe ich mich nach einer neuen Gefährtin für uns umgeschaut. Es war nicht leicht für mich, denn Anna ersetzen kann ich nicht und will ich nicht. Anna war einzigartig und der Platz in meinem Herzen wird niemals neu vergeben werden.

Ich suchte und suchte und fand an jedem Hund etwas auszusetzen. Anna ist noch zu präsent, ich wusste auch, dass es nie wieder einen Hund wie sie geben wird.

Sicher waren während meiner Suche viele passende Hunde dabei, aber keiner konnte mich erreichen.

Keiner bis auf Hummel. Ich las den Vermittlungstext und viele Eigenschaften, die ich an Anna so sehr schätzte, schien sie mitzubringen. Ich fasste mir ein Herz und bewarb mich auf die Maus, die damals noch Nelly hiess.
Meine Bewerbungsmail schlug ein wie eine Bombe, die Pflegestelle war von meiner Selbstvorstellung begeistert, schon am nächsten Tag telefonierten wir uns sie lug mich für den darauf folgenden Tag zum Kennenlernen ein.

Das Kennenlernen verlief nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte und ich dachte, dass das ein schlechter Start in ein gemeinsames Leben war. Es fing beim ersten gemeinsamen Spaziergang an zu regnen, Nelly (also meine) war total wild, sodass sie von Hummel direkt mal eine geschossen bekam. Na super... schlechte Zeichen überall.

Aber meine Mutter, die mich zum Kennenlernen begleitete, setzte mich auf den Pott und sagte "Du suchst doch nur nach Gründen, die Maus ist so klasse, du musst ihr eine echte Chance geben. Sie wird niemals Anna ersetzen können, aber du musst auch fair zu ihr sein."

Ja, sie hatte Recht - und sie hat Recht behalten.

Ich entschied mich für Hummel und mit jedem Tag freute ich mich etwas mehr auf sie, trotz des schlechten Gewissens Anna gegenüber und trotz der Trauer um meine Zaubermaus.

Am 18.7. zog Hummel ein und was soll ich sagen? Der Einzug vom Hummelchen verlief ähnlich reibungslos wie bei Anna damals. Wenn nicht sogar besser, denn Nelly hat durch Anna viel Ruhe gelernt und auch, dass sie nicht alles verteidigen muss. Während Spielzeug bei Anna am Anfang ein Problem war, fliegt das jetzt schon seit dem zweiten Tag durch die Bude und ist kein Problem.

Sie ist meine kleine Plüschbacke, sehr verschmust, manchmal ein wenig zickig, aber auch sie hat einen ganz speziellen Humor und ist sehr lustig.

Sie war die richtige Entscheidung und ich bin froh, dass meine Mutter so klare Worte fand.
Nach jetzt genau 7 Tagen hört sie schon auf ihren Namen, hat schon zwei Mal zagaft mit Nelly gespielt, was Nelly natürlich absolut klasse fand.
Heute testen wir das erste Mal wie sie sich ohne Leine verhält, dafür dürfen wir die Trainingshalle einer befreundeten Hundetrainerin nutzen. Mal schauen, ob da die Post abgeht mit den Mädels.

Hummel ist in ihrem vorigen Leben ein bisschen Prinzessin gewesen und meint den Status hier ebenfalls inne zu haben. Aber hier gibt es nur den Status Hund und daran muss sie sich gewöhnen. Kann sie mit einigen Dingen gut umgehen, bekommt sie alles was sie braucht und haben mag, das ist derzeit aber noch nicht so.
Letzt lag sie neben mir auf dem Sofa und Nelly ist vorbei gelatscht, da wurde die Lütte zum Gebiss auf 4 Beinen - zack runter geflogen, dumm geguckt. *lach* Ich würde sie gerne im Bett schlafen lassen, aber wenn sie so auf Nelly reagiert, geht das noch nicht. Sie muss lernen, dass auch Nelly hier auf Sofa und Bett darf, was SIE durchaus mit Hummel teilt. Aber das lernt unser kleines Insekt schon noch und dann darf sie auch mit ins Bett. ;)

Alles Liebe
Mona mit Nelly & Hummel im Arm und Anna im Herzen

Samstag, 11. Juli 2015

Abschied von Anna

Am 02.07.2015 hat Anna mich um ihre Freiheit gebeten.

Um kurz nach 20 Uhr abends liessen wir sie in Begleitung von Nelly und mir unter freiem, wolkenlosen Himmel und Sonnenschein gehen. Unsere Zaubermaus hatte "freie Fahrt" nach oben.

Dieser Verlust schmerzt sehr, auch Nelly leidet sehr unter der Situation.

Es gab noch so viel zu sagen, so viel zusammen zu erleben, aber sie wollte frei sein. Frei von Schmerz, befreit von diesem Teufel in ihr. Wir mussten sie ziehen lassen.


Montag, 29. Juni 2015

Oh man...

Liebe Hundefreunde,

am Samstag ist was schreckliches passiert... und ich sitze hier noch 12 Minuten auf heissen Kohlen.

Ich hatte mit Anna einen Termin in Windeby, weil sie mir momentan nicht gefällt. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass sie Zahnschmerzen hat, sie hat aber den Schnabel nicht auf gemacht, sodass ich nicht gucken konnte.
Und wir wollten ein Kontroll-Thorax-Röntgen machen, um zu sehen was die Lunge treibt.

Bernd hat Anna erst einmal angeguckt. Ein Zahn müsste raus, aber wir müssen ihn drin lassen, weil Anna nicht narkosefähig ist. Das war der erste Schlag, der mich an diesem Tag traf.

Dann legten wir sie zum Röntgen auf die Seite, es wurde ein Bild gemacht und ich wollte mich der schweren Bleischürze wieder entledigen. Ann-Kathrin (die TA-Helferin) hob Anna derweilen schon vom Tisch, als Bernd sagte "Wieder rauf, wir machen noch ein Abdomen-Röntgen".
Ich warf einen Blick aufs Röntgen und dachte schon "Huch, was ist das denn?" und als ich in Bernd´s Gesicht sah, bekam ich Angst. So guckt er nur, wenn etwas schlimmes da ist.

Wir setzten uns zum Besprechen der Bilder. Lunge unverändert schlecht, Herz unverändert schlecht, damit habe ich ja leider gerechnet.
Er zeigte mir das Röntgenbild aus Dezember, wo man die Darmschlingen und Organe schön abgegrenzt sehen konnte. Und er zeigte mir das aktuelle Bild, wo alles im Bauchraum nur noch ein fetter weisser Fleck ist.
Es ist irgendwas in Anna ganz heftig gewachsen. Bernd hat mir einige Möglichkeiten aufgezählt, was das sein kann. Auf meine Frage hin, ob das auch ein Tumor sein kann, sagte er, dass auch das möglich ist.
Bevor Anna nach Deutschland kam, hatte sie eien riesigen Mammatumor, sodass Krebs nicht unwahrscheinlich ist. Es könnten aber auch Fetteinlagerungen im Gewebe sein oder ein unnormal gewachsenes Organ.

Aber egal was es ist: Es drückt aufs Zwerchfell, das für die Atmung zuständig ist. Das in Kombination mit der Lunge ist eine einzige Katastrophe... :(
Bernd musste es nicht aussprechen, ich bin nicht blöd - wir haben auf dem Röntgenbild Anna´s Todesurteil gesehen. :(

Und wenn ich so darüber nachdenke... Krebs passt einfach. Anna ist sehr ausgemergelt und ausgezehrt, wenn sie nicht immer so einen Blähbauch hätte, dann wäre sie klapperdürr, trotzdessen dass sie fast immer gut frisst.
Ich füttere sie mittlerweile 2-3 Mal am Tag, sodass sie eigentlich aufgehen müsste wie ein Hefekloß, aber sie nimmt einfach nicht zu. Sie darf immer so viel fressen wie sie will, was an manchen Tagen die 3-4fache Menge ihres eigentlichen Tagesbedarfs ist.

Ich rufe heute früh bei unserem Kardiologen an. Sie ist mit einem Herzschall eh dran und er soll ein Ultraschall vom Bauchraum machen, damit wir wissen was da sitzt.

Ob man, je nachdem was es ist, ihr noch irgendwie helfen kann.... ich weiss es nicht. Eine OP ist jedoch vollkommen ausgeschlossen.

Ja... spitzenmässig... grade beim Kardiologen angerufen... der Kardiologe ist jetzt 14 Tage im Urlaub.
Dann muss ich woanders hin, so ein Scheiss. :(

Sonntag, 7. Juni 2015

"Naja, das kann man ja jetzt so hart nicht sagen." - Doch, kann man

Liebe Tierfreunde,

man soll es eigentlich nicht meinen, aber mir begegnet im Ladenalltag das eine oder andere, bei dem man überlegt "Runterschlucken oder was sagen?"

Und da muss ich jedes Mal auf´s neue versuchen gut abzuwägen, der Spagat zwischen Dienstleister und Tierschützer ist hier nicht immer einfach. In der Regel entscheide ich mich jedoch für das, was mir seit vielen Jahren innewohnt: Den Tierschützer.

Was für Situationen aber meine ich?

Im Dezember passierte es das erste Mal: Stammkunden waren im Laden, ein älteres Ehepaar mit ihrem Dackel. Ebenfalls im Laden war eine Freundin mit ihrer Tochter von 3 Jahren. Der Dackel hatte fürchterliche Angst vor der Lütten, die einfach nur da war. Herrchen nutzte die Situation, um das zu trainieren - soweit so gut, dieses Training ist wichtig und der Mann hat die Chance genutzt, alles gut.

Leider aber fasste er den Hund vollkommen falsch an: Hund knurrte und bekam direkt eine verpasst.
Ja, er hat den Hund geschlagen - ich konnte den "Klaps" in etwa 3 m Entfernung sogar hören. Ich guckte natürlich sofort hin und am Blick meiner Freundin erkannte ich, dass ich das Geräusch richtig einordnete.
Ich hoffte sie würde was sagen und ihre Tochter nicht für solch ein Training zur Verfügung stellen, stattdessen sagte sie nichts. Ihre Tochter sah sie aber ganz geschockt an und sagte "Mama, man darf doch keine Hunde hauen!?" "Ja, das stimmt, das darf man nicht."
Zack - wieder passierte es, der Dackel hatte geknurrt und direkt eine sitzen.

Ich nahm die Leberwurst, die die Frau kaufen wollte und reichte sie dem Mann mit den Worten "Erziehen Sie Ihren Hund doch lieber damit."
Der Mann guckte mich nur ganz gross an und sagte3 ich solle mich da raus halten wie er seinen Hund erzog. Spätestens jetzt wurde klar - das ist da völlig normal.

Ich versuchte so ruhig wie möglich zu sagen "In einem Laden wird keine Hand gegen ein Tier erhoben."

Meine Freundin nahm ihre Tochter dann endlich weg, seine Frau wollte versuchen etwas zu beschwichtigen "Mein Mann macht das halt auf seine Weise."
Nein, sowas ist inakzeptabel.... diese Kunden habe ich verloren, aber ich bereue nicht etwas gesagt zu haben.

Eine nächste Situation erlebte meine Mitarbeiterin in meiner Abwesenheit:
Eine Kundin wollte ein Sprayhalsband mit Fernbedienung haben. Ulrike fragte gar nicht nach dem Grund, sondern sagte ihr gleich, dass wir sowas nicht verkaufen würden. Die Kundin wurde unfreundlich was sowas solle, Ulrike erklärte ihr, dass man alles ohne sowas trainieren kann und empfahl ihr diverse Hundeschulen.
Die Kundin wurde eindringlicher und wollte, dass Ulrike ihr sowas bestellt, weil ihr Hund jagen würde. Ulrike blieb standhaft und verwies sie ansonsten darauf, dass sie mit mir reden solle.
Die Kundin rauschte beleidigt ab. Ulrike hat vollkommen richtig gehandelt, denn sowas würde ich nie bestellen.

Etwa eine Woche später war Ulrike spazieren und diese Kundin kam ihr ganz aufgelöst entgegen - ihr Hund sei weg gelaufen.
Ulrike fragte natürlich, ob sie das Halsband denn dran hatte, erst da erkannte sie sie. Ja, hätte sie dran gehabt und als sie sprühte, gab der Hund erst richtig Gas.
Nun wusste sie, warum wir ihr sowas nicht verkaufen.

In der vergangenen Woche war eine sehr nette Dame mit ihrem kleinen Sohn da, wir unterhielten uns sehr nett und dann fragte sie mich was ich von Stachelwürgern halten würde. Ich sagte ihr ganz klipp und klar, dass das Tierquälerei ist, da schaute sie beschämt zu Boden.
Ihr Mann ist der Meinung "Das haben meine eltern auch schon so gemacht." und deshalb muss das arme Tier sowas auch erleiden.
Sie versuchte sich zu entschuldigen mit den Worten "Naja, aber diese Stromgeräte sind ja viel schlimmer."
Ganz davon ab, dass die per Tierschutzgesetz verboten sind (die Nutzung, der Erwerb komischerweise nicht), ist das gar nichts anderes. Schmerz ist Schmerz, wahrscheinlich sind, wenn man es schon vergleichen will, die Stachelwürger noch schlimmer. Denn da ist der Schmerz dauerhaft, ganz davon abgesehen, dass die sich je nach Machart durchaus ins Fleisch bohren.
Ich erklärte ihr meine Ansicht und dann kam er... "Naja, das kann man ja so hart auch nicht sagen" - doch, das kann man!

Ich erklärte ihr, dass diese Art der "Erziehung" sehr gefährlich sein kann - insbesondere auch für ihr Kind.
Was passiert denn, wenn der Hund die Schmerzen mal mit dem Sohn verknüpft? Genau - das schwächste Glied der Kette, da gibt es dann im schlimmsten Fall früher oder später kein Halten mehr.

Ich hatte auch noch andere solcher Situationen im Laden und frage mich dann immer wieder... warum haben die Tiere?

Genauso eine Rentnerin mit ihrem Shi Tzu, bei der frage ich mich das regelmässig.

Sie ist praktisch schon Stammkundin der ersten Minute. Als sie zu mir kam, war ihr Hund sehr krank, biss sich die Pfoten blutig und sah ganz ganz schlimm aus.
Ich habe mit ihr eine Ausschlussdiät gemacht, habe mir dafür viel Zeit genommen und ihrem Hund ging es zusehends besser - wir waren auf dem richtigen Weg und haben zusammen rausgefunden, dass er eine Getreideallergie hat.
Dann wollte sie ihn gerne auf Trockenfutter umstellen, was ich zwar nicht nachvollziehen konnte, aber gut, das verstehe ich nie so richtig.
Ich schlug ihr mehrere Sorten vor und alles war ihr zu teuer.

1 kg für 6 Euro - viel zu teuer. 1 kg für 4,99 Euro - viel zu teuer. Tja, da war ich mit meinem Latein am Ende. Sie jammert jedes Mal, dass alles soooooo teuer sei. Ganz ehrlich? Mit 1 kg Futter kommt sie locker 2-3 Wochen aus bei dem Hund, was ist daran teuer?

Als Dank dafür, dass ich ihren Hund wieder gesund gemacht habe und ihr wahnsinnig viele Tierarztkosten erspart habe, geht sie jetzt ihr Trockenfutter im Futterhaus kaufen - danke auch.....

Besonders gut war sie letzte Woche, sie kauft gelegentlich noch Leckerlie und Dosen bei mir. Da schimpfte sie mal wieder, dass eine 400 g Dose Futter 1,09 Euro kostet und zeigt mir dann nen Plastikblumentopf ganz stolz und sagt "Gucken Sie mal, der hat nur 8 Euro gekostet."

Tja, was sagt man dazu? 8 Euro für nen Blumentopf ausgeben, aber ALLES für den Hund ist zu teuer?! Ja nee, da fällt mir nicht mehr viel zu ein, muss ich gestehen....

Und wieder die Frage: Warum hat die einen Hund?

Ich verstehe sowas nicht wirklich....

Unverständliche Grüße
Mona und die Luxus-Tiere, die alles kriegen was sie brauchen

Freitag, 5. Juni 2015

Ein Mal zwei Hunde, immer zwei Hunde?

Hallo ihr Lieben,

Nach dem Tod von unserer geliebten Lucy musste sich ihre Familie natürlich mit der Frage auseinander setzen, ob wieder ein zweiter Hund in die Familie kommt.

Natürlich habe auch ich mir schon wieder Frage gestellt: Wenn einer meiner Mädchen nicht mehr ist, was dann?

Viele Jahre träumte ich den Traum vom Zweithund und dass Anna eingezogen ist, war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Das steht vollkommen ausser Zweifel.
Während Nelly mein Seelenhund ist, ist Anna mein Seelenhündchen - sie gehört untrennbar dazu.

Allerdings sage ich offen, dass ich mir das mit den zwei Hunden schon etwas anders vorgestellt habe.

Ich dachte die beiden würden etwas mehr miteinander interagieren, zusammen auch mal Blödsinn machen etc.pp.
Das bleibt hier ziemlich aus. Vielmehr habe ich manchmal das Gefühl, dass Anna gut ohne Nelly leben könnte. Und im nächsten Moment wird Nelly von meinen Eltern "entführt" und Anna ist verwirrt, sucht Nelly. Aber wirklich brauchen... ich glaube, dass das nicht unbedingt der Fall ist.

Anna orientiert sich relativ selten an Nelly. An mir dagegen permanent, sucht viel Kontakt zu mir, schmust viel, klebt an mir, drinnen wie draussen.

Bei Nelly sehe ich die Situation völlig anders, sie geniesst Anna´s Anwesenheit in vollen Zügen. Sie putzt sie auch schon mal und lässt sie Dinge tun, die noch niemals in ihrem Leben ein anderer Hund zuvor gedurft hat. Nelly hat eine wahnsinnige Veränderung durchgemacht, ist noch ausgeglichener, habe ich das Gefühl.

Und während ich so darüber nachdachte, kam ich zu einem merkwürdigen Entschluss:
Wenn Nelly "übrig" bleibt, werde ich wieder einen zweiten Hund dazu holen.
Ist es Anna, werde ich es nicht tun.

Ich für mich habe festgestellt, dass ich wohl eher der Einzelhund-Halter bin, denn wenn ich mal (warum auch immer) mit nur einem Hund unterwegs bin, geniesse ich das auf ganz andere Art.
Vielleicht liegt es daran, dass meine Mädels so unterschiedliche Bedürfnisse haben.... ?

Während Anna langsam und gemächlich die Gassis absolviert, will Nelly flott marschieren. So kommt es, dass immer ein Hund hinter mir läuft und ein Hund vor mir, was allerdings durchaus Vorteile hat.

Nichts von diesen Gedanken schmälert die Liebe zu meinen beiden Mädchen, nichts die Freude beide zu meiner Familie zu zählen. Ich würde mich immer wieder für Anna entscheiden und auch für die Konstellation Nelly & Anna.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende
Mona und die Mädels

Sonntag, 31. Mai 2015

Wieder ein "erstes Mal" mit Anna

Liebe Tierfreunde,

wer glaubt, dass es keine Premieren mehr im Leben eines alten Hundes gibt, hat weit gefehlt.

Ich hatte schon so einige Erlebnisse, die für Anna garantiert ganz neu waren wie zum Beispiel ihren ersten Schnee. Oh man hat sie da blöd geguckt. *lach*

Gestern war wieder so ein erstes Mal mit Anna und ich bin mächtig stolz auf meine Maus.
Sie hat Ulrike, Puf und mich zur Hausmesse von Trixie begleitet und hat das toll gemacht.

Beim bekannten Tierbedarfs-Hersteller Trixie war gestern eine Messe, bei der man sich im Gebäude und auf dem Gelände völlig frei bewegen konnte. Es gab reichlich Futter für lau, Getränke ebenso, Soft-Eis, einen Schnäppchenmarkt und reichlich Neues zum Gucken.

Wir starteten erstmal durch zum Schnäppchenmarkt, der in der hintersten Ecke des Lagers liegt - für Anna ein weiter Weg. Vor allem mit vielen unterschiedlichen Untergründen, die meisten recht glatt, sodass ich kurz davor war sie den Rest des Weges zu tragen. Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten lernte sie wie man auf dem Boden laufen muss und wir haben uns natürlich ihrer Geschwindigkeit angepasst.

Es waren reichlich Menschen und Hunde anwesend und besonders die Herren im Anzug haben es meiner Motte angetan - warum auch immer. Aber jedes Mal, wenn wir in der Nähe eines solchen Herren waren, rüsselte sie in seine Richtung. Dummerweise waren aber genau das immer Herren, die gar nicht bereit waren so einen kleinen Fussel zu knuddeln - schade für Anna.

Beim Schnäppchenmarkt habe ich reichlich eingepackt, war wieder mal toll. :D

Danach ging es direkt weiter zum Fotografen, es war einer anwesend, der die Hunde fotografiert hat und das wollten wir natürlich unbedingt machen.

Zuerst war Puf dran mit Ulrike, 5 Bilder, zack fertig, aber Puf macht das auch gut mit.
Dann waren wir dran und ich sagte ihr schon, dass wir 3 Minuten länger brauchen werden, weil Anna taub ist und keine Kommandos kennt. Ich wurde dann schon etwas komisch angeguckt und man sah am Blick was die Fotografin dachte: "Ach noch so eine, die glaubt ihren kleinen Hund nicht erziehen zu müssen."
Uh, das fühlte sich gar nicht gut an.

Anna musste auf einem Sofa sitzen und da fühlt sie sich gar nicht wohl. Beim ersten Versuch ist sie direkt wieder runter gesprungen, aber der Boden davor war superglatt. Sie fiel hin und kam nicht mehr alleine hoch, diese Situationen brechen mir jedes Mal das Herz. :(

Beim zweiten Versuch blieb sie dann sitzen, weil ich ihr ein Leckerlie vor die Nase hielt, aber keine Ahnung hatte, ob ich im Bild war oder nicht. Ich bekam auch keinerlei Anweisungen von der Fotografin.

Nach 5 Minuten war dann alles vorbei und unser Bild wurde gedruckt. Für die Umstände ein wirklich schönes Bild, aber ich freue mich schon auf das Shooting bei fmBecker, denn Michaela und Frank haben bedeutend mehr Geduld und natürlich auch Zeit.

Dann ging es erstmal raus zum Futter, schön Crepes mit Kräuterbutter und Käse - JAMMI.
Anna ist auch hier wieder total witzig, aber auch unlogisch. SIE kriegt ab und an bei mir vom Tisch (aber nur in Nelly´s Abwesenheit, alles andere wäre fies) und so bekam sie gestern ein Stück Crepes.
Anstatt dann beim zweiten Durchgang bei mir zu betteln, bettelte sie Ulrike an, starrte ihr das Teil richtig aus dem Mund raus. *lach*

Als Nachtisch dann schön Soft-Eis und da bekam Anna die letzte Spitze der Waffel - und bettelte danach wieder bei Ulrike. Hihihi.

Es war ein Futterhersteller da, bei dem wir länger am Tisch saßen, da legte Anna sich mittendrin hin, beobachtete erstmal alles, machte dann aber die Äuglein zu und hat ne Runde geratzt - mitten auf der Messe. Darauf bin ich natürlich mächtig stolz, denn würde sie mir nicht vertrauen, hätte sie das nicht gemacht.
Und da ist ein tauber Hund mal eindeutig im Vorteil: Im lauten Gewusel Augen zu und die Welt bleibt draussen. ;)

Anna hat ihre Sache erstklassig gemacht und ich bin wie gesagt mächtig stolz auf sie.:)

Heute geht es auf die nächste Messe, allerdings ohne Hund, weil es da bedeutend voller sein wird. Ausserdem fahren wir da etwas länger, das muss ich Anna nicht antun. Sie verbringt heute zusammen mit Nelly einens chönen Tag bei meinen Eltern. So wie Nelly gestern auch schon, leider ist meine grosse Maus kein Mitnehm-Hund.

Sooo hier kommt dann noch das Bild von gestern. Ist leider eine schlechte Qualität, weil im Halbdunkel mit dem Handy abfotografiert.