Sonntag, 7. Juni 2015

"Naja, das kann man ja jetzt so hart nicht sagen." - Doch, kann man

Liebe Tierfreunde,

man soll es eigentlich nicht meinen, aber mir begegnet im Ladenalltag das eine oder andere, bei dem man überlegt "Runterschlucken oder was sagen?"

Und da muss ich jedes Mal auf´s neue versuchen gut abzuwägen, der Spagat zwischen Dienstleister und Tierschützer ist hier nicht immer einfach. In der Regel entscheide ich mich jedoch für das, was mir seit vielen Jahren innewohnt: Den Tierschützer.

Was für Situationen aber meine ich?

Im Dezember passierte es das erste Mal: Stammkunden waren im Laden, ein älteres Ehepaar mit ihrem Dackel. Ebenfalls im Laden war eine Freundin mit ihrer Tochter von 3 Jahren. Der Dackel hatte fürchterliche Angst vor der Lütten, die einfach nur da war. Herrchen nutzte die Situation, um das zu trainieren - soweit so gut, dieses Training ist wichtig und der Mann hat die Chance genutzt, alles gut.

Leider aber fasste er den Hund vollkommen falsch an: Hund knurrte und bekam direkt eine verpasst.
Ja, er hat den Hund geschlagen - ich konnte den "Klaps" in etwa 3 m Entfernung sogar hören. Ich guckte natürlich sofort hin und am Blick meiner Freundin erkannte ich, dass ich das Geräusch richtig einordnete.
Ich hoffte sie würde was sagen und ihre Tochter nicht für solch ein Training zur Verfügung stellen, stattdessen sagte sie nichts. Ihre Tochter sah sie aber ganz geschockt an und sagte "Mama, man darf doch keine Hunde hauen!?" "Ja, das stimmt, das darf man nicht."
Zack - wieder passierte es, der Dackel hatte geknurrt und direkt eine sitzen.

Ich nahm die Leberwurst, die die Frau kaufen wollte und reichte sie dem Mann mit den Worten "Erziehen Sie Ihren Hund doch lieber damit."
Der Mann guckte mich nur ganz gross an und sagte3 ich solle mich da raus halten wie er seinen Hund erzog. Spätestens jetzt wurde klar - das ist da völlig normal.

Ich versuchte so ruhig wie möglich zu sagen "In einem Laden wird keine Hand gegen ein Tier erhoben."

Meine Freundin nahm ihre Tochter dann endlich weg, seine Frau wollte versuchen etwas zu beschwichtigen "Mein Mann macht das halt auf seine Weise."
Nein, sowas ist inakzeptabel.... diese Kunden habe ich verloren, aber ich bereue nicht etwas gesagt zu haben.

Eine nächste Situation erlebte meine Mitarbeiterin in meiner Abwesenheit:
Eine Kundin wollte ein Sprayhalsband mit Fernbedienung haben. Ulrike fragte gar nicht nach dem Grund, sondern sagte ihr gleich, dass wir sowas nicht verkaufen würden. Die Kundin wurde unfreundlich was sowas solle, Ulrike erklärte ihr, dass man alles ohne sowas trainieren kann und empfahl ihr diverse Hundeschulen.
Die Kundin wurde eindringlicher und wollte, dass Ulrike ihr sowas bestellt, weil ihr Hund jagen würde. Ulrike blieb standhaft und verwies sie ansonsten darauf, dass sie mit mir reden solle.
Die Kundin rauschte beleidigt ab. Ulrike hat vollkommen richtig gehandelt, denn sowas würde ich nie bestellen.

Etwa eine Woche später war Ulrike spazieren und diese Kundin kam ihr ganz aufgelöst entgegen - ihr Hund sei weg gelaufen.
Ulrike fragte natürlich, ob sie das Halsband denn dran hatte, erst da erkannte sie sie. Ja, hätte sie dran gehabt und als sie sprühte, gab der Hund erst richtig Gas.
Nun wusste sie, warum wir ihr sowas nicht verkaufen.

In der vergangenen Woche war eine sehr nette Dame mit ihrem kleinen Sohn da, wir unterhielten uns sehr nett und dann fragte sie mich was ich von Stachelwürgern halten würde. Ich sagte ihr ganz klipp und klar, dass das Tierquälerei ist, da schaute sie beschämt zu Boden.
Ihr Mann ist der Meinung "Das haben meine eltern auch schon so gemacht." und deshalb muss das arme Tier sowas auch erleiden.
Sie versuchte sich zu entschuldigen mit den Worten "Naja, aber diese Stromgeräte sind ja viel schlimmer."
Ganz davon ab, dass die per Tierschutzgesetz verboten sind (die Nutzung, der Erwerb komischerweise nicht), ist das gar nichts anderes. Schmerz ist Schmerz, wahrscheinlich sind, wenn man es schon vergleichen will, die Stachelwürger noch schlimmer. Denn da ist der Schmerz dauerhaft, ganz davon abgesehen, dass die sich je nach Machart durchaus ins Fleisch bohren.
Ich erklärte ihr meine Ansicht und dann kam er... "Naja, das kann man ja so hart auch nicht sagen" - doch, das kann man!

Ich erklärte ihr, dass diese Art der "Erziehung" sehr gefährlich sein kann - insbesondere auch für ihr Kind.
Was passiert denn, wenn der Hund die Schmerzen mal mit dem Sohn verknüpft? Genau - das schwächste Glied der Kette, da gibt es dann im schlimmsten Fall früher oder später kein Halten mehr.

Ich hatte auch noch andere solcher Situationen im Laden und frage mich dann immer wieder... warum haben die Tiere?

Genauso eine Rentnerin mit ihrem Shi Tzu, bei der frage ich mich das regelmässig.

Sie ist praktisch schon Stammkundin der ersten Minute. Als sie zu mir kam, war ihr Hund sehr krank, biss sich die Pfoten blutig und sah ganz ganz schlimm aus.
Ich habe mit ihr eine Ausschlussdiät gemacht, habe mir dafür viel Zeit genommen und ihrem Hund ging es zusehends besser - wir waren auf dem richtigen Weg und haben zusammen rausgefunden, dass er eine Getreideallergie hat.
Dann wollte sie ihn gerne auf Trockenfutter umstellen, was ich zwar nicht nachvollziehen konnte, aber gut, das verstehe ich nie so richtig.
Ich schlug ihr mehrere Sorten vor und alles war ihr zu teuer.

1 kg für 6 Euro - viel zu teuer. 1 kg für 4,99 Euro - viel zu teuer. Tja, da war ich mit meinem Latein am Ende. Sie jammert jedes Mal, dass alles soooooo teuer sei. Ganz ehrlich? Mit 1 kg Futter kommt sie locker 2-3 Wochen aus bei dem Hund, was ist daran teuer?

Als Dank dafür, dass ich ihren Hund wieder gesund gemacht habe und ihr wahnsinnig viele Tierarztkosten erspart habe, geht sie jetzt ihr Trockenfutter im Futterhaus kaufen - danke auch.....

Besonders gut war sie letzte Woche, sie kauft gelegentlich noch Leckerlie und Dosen bei mir. Da schimpfte sie mal wieder, dass eine 400 g Dose Futter 1,09 Euro kostet und zeigt mir dann nen Plastikblumentopf ganz stolz und sagt "Gucken Sie mal, der hat nur 8 Euro gekostet."

Tja, was sagt man dazu? 8 Euro für nen Blumentopf ausgeben, aber ALLES für den Hund ist zu teuer?! Ja nee, da fällt mir nicht mehr viel zu ein, muss ich gestehen....

Und wieder die Frage: Warum hat die einen Hund?

Ich verstehe sowas nicht wirklich....

Unverständliche Grüße
Mona und die Luxus-Tiere, die alles kriegen was sie brauchen

Freitag, 5. Juni 2015

Ein Mal zwei Hunde, immer zwei Hunde?

Hallo ihr Lieben,

Nach dem Tod von unserer geliebten Lucy musste sich ihre Familie natürlich mit der Frage auseinander setzen, ob wieder ein zweiter Hund in die Familie kommt.

Natürlich habe auch ich mir schon wieder Frage gestellt: Wenn einer meiner Mädchen nicht mehr ist, was dann?

Viele Jahre träumte ich den Traum vom Zweithund und dass Anna eingezogen ist, war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Das steht vollkommen ausser Zweifel.
Während Nelly mein Seelenhund ist, ist Anna mein Seelenhündchen - sie gehört untrennbar dazu.

Allerdings sage ich offen, dass ich mir das mit den zwei Hunden schon etwas anders vorgestellt habe.

Ich dachte die beiden würden etwas mehr miteinander interagieren, zusammen auch mal Blödsinn machen etc.pp.
Das bleibt hier ziemlich aus. Vielmehr habe ich manchmal das Gefühl, dass Anna gut ohne Nelly leben könnte. Und im nächsten Moment wird Nelly von meinen Eltern "entführt" und Anna ist verwirrt, sucht Nelly. Aber wirklich brauchen... ich glaube, dass das nicht unbedingt der Fall ist.

Anna orientiert sich relativ selten an Nelly. An mir dagegen permanent, sucht viel Kontakt zu mir, schmust viel, klebt an mir, drinnen wie draussen.

Bei Nelly sehe ich die Situation völlig anders, sie geniesst Anna´s Anwesenheit in vollen Zügen. Sie putzt sie auch schon mal und lässt sie Dinge tun, die noch niemals in ihrem Leben ein anderer Hund zuvor gedurft hat. Nelly hat eine wahnsinnige Veränderung durchgemacht, ist noch ausgeglichener, habe ich das Gefühl.

Und während ich so darüber nachdachte, kam ich zu einem merkwürdigen Entschluss:
Wenn Nelly "übrig" bleibt, werde ich wieder einen zweiten Hund dazu holen.
Ist es Anna, werde ich es nicht tun.

Ich für mich habe festgestellt, dass ich wohl eher der Einzelhund-Halter bin, denn wenn ich mal (warum auch immer) mit nur einem Hund unterwegs bin, geniesse ich das auf ganz andere Art.
Vielleicht liegt es daran, dass meine Mädels so unterschiedliche Bedürfnisse haben.... ?

Während Anna langsam und gemächlich die Gassis absolviert, will Nelly flott marschieren. So kommt es, dass immer ein Hund hinter mir läuft und ein Hund vor mir, was allerdings durchaus Vorteile hat.

Nichts von diesen Gedanken schmälert die Liebe zu meinen beiden Mädchen, nichts die Freude beide zu meiner Familie zu zählen. Ich würde mich immer wieder für Anna entscheiden und auch für die Konstellation Nelly & Anna.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende
Mona und die Mädels

Sonntag, 31. Mai 2015

Wieder ein "erstes Mal" mit Anna

Liebe Tierfreunde,

wer glaubt, dass es keine Premieren mehr im Leben eines alten Hundes gibt, hat weit gefehlt.

Ich hatte schon so einige Erlebnisse, die für Anna garantiert ganz neu waren wie zum Beispiel ihren ersten Schnee. Oh man hat sie da blöd geguckt. *lach*

Gestern war wieder so ein erstes Mal mit Anna und ich bin mächtig stolz auf meine Maus.
Sie hat Ulrike, Puf und mich zur Hausmesse von Trixie begleitet und hat das toll gemacht.

Beim bekannten Tierbedarfs-Hersteller Trixie war gestern eine Messe, bei der man sich im Gebäude und auf dem Gelände völlig frei bewegen konnte. Es gab reichlich Futter für lau, Getränke ebenso, Soft-Eis, einen Schnäppchenmarkt und reichlich Neues zum Gucken.

Wir starteten erstmal durch zum Schnäppchenmarkt, der in der hintersten Ecke des Lagers liegt - für Anna ein weiter Weg. Vor allem mit vielen unterschiedlichen Untergründen, die meisten recht glatt, sodass ich kurz davor war sie den Rest des Weges zu tragen. Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten lernte sie wie man auf dem Boden laufen muss und wir haben uns natürlich ihrer Geschwindigkeit angepasst.

Es waren reichlich Menschen und Hunde anwesend und besonders die Herren im Anzug haben es meiner Motte angetan - warum auch immer. Aber jedes Mal, wenn wir in der Nähe eines solchen Herren waren, rüsselte sie in seine Richtung. Dummerweise waren aber genau das immer Herren, die gar nicht bereit waren so einen kleinen Fussel zu knuddeln - schade für Anna.

Beim Schnäppchenmarkt habe ich reichlich eingepackt, war wieder mal toll. :D

Danach ging es direkt weiter zum Fotografen, es war einer anwesend, der die Hunde fotografiert hat und das wollten wir natürlich unbedingt machen.

Zuerst war Puf dran mit Ulrike, 5 Bilder, zack fertig, aber Puf macht das auch gut mit.
Dann waren wir dran und ich sagte ihr schon, dass wir 3 Minuten länger brauchen werden, weil Anna taub ist und keine Kommandos kennt. Ich wurde dann schon etwas komisch angeguckt und man sah am Blick was die Fotografin dachte: "Ach noch so eine, die glaubt ihren kleinen Hund nicht erziehen zu müssen."
Uh, das fühlte sich gar nicht gut an.

Anna musste auf einem Sofa sitzen und da fühlt sie sich gar nicht wohl. Beim ersten Versuch ist sie direkt wieder runter gesprungen, aber der Boden davor war superglatt. Sie fiel hin und kam nicht mehr alleine hoch, diese Situationen brechen mir jedes Mal das Herz. :(

Beim zweiten Versuch blieb sie dann sitzen, weil ich ihr ein Leckerlie vor die Nase hielt, aber keine Ahnung hatte, ob ich im Bild war oder nicht. Ich bekam auch keinerlei Anweisungen von der Fotografin.

Nach 5 Minuten war dann alles vorbei und unser Bild wurde gedruckt. Für die Umstände ein wirklich schönes Bild, aber ich freue mich schon auf das Shooting bei fmBecker, denn Michaela und Frank haben bedeutend mehr Geduld und natürlich auch Zeit.

Dann ging es erstmal raus zum Futter, schön Crepes mit Kräuterbutter und Käse - JAMMI.
Anna ist auch hier wieder total witzig, aber auch unlogisch. SIE kriegt ab und an bei mir vom Tisch (aber nur in Nelly´s Abwesenheit, alles andere wäre fies) und so bekam sie gestern ein Stück Crepes.
Anstatt dann beim zweiten Durchgang bei mir zu betteln, bettelte sie Ulrike an, starrte ihr das Teil richtig aus dem Mund raus. *lach*

Als Nachtisch dann schön Soft-Eis und da bekam Anna die letzte Spitze der Waffel - und bettelte danach wieder bei Ulrike. Hihihi.

Es war ein Futterhersteller da, bei dem wir länger am Tisch saßen, da legte Anna sich mittendrin hin, beobachtete erstmal alles, machte dann aber die Äuglein zu und hat ne Runde geratzt - mitten auf der Messe. Darauf bin ich natürlich mächtig stolz, denn würde sie mir nicht vertrauen, hätte sie das nicht gemacht.
Und da ist ein tauber Hund mal eindeutig im Vorteil: Im lauten Gewusel Augen zu und die Welt bleibt draussen. ;)

Anna hat ihre Sache erstklassig gemacht und ich bin wie gesagt mächtig stolz auf sie.:)

Heute geht es auf die nächste Messe, allerdings ohne Hund, weil es da bedeutend voller sein wird. Ausserdem fahren wir da etwas länger, das muss ich Anna nicht antun. Sie verbringt heute zusammen mit Nelly einens chönen Tag bei meinen Eltern. So wie Nelly gestern auch schon, leider ist meine grosse Maus kein Mitnehm-Hund.

Sooo hier kommt dann noch das Bild von gestern. Ist leider eine schlechte Qualität, weil im Halbdunkel mit dem Handy abfotografiert.

Freitag, 22. Mai 2015

Das Versprechen

Liebe Hundefreunde,

heute habe ich auf Facebook einen Text gelesen. Es waren Fragen.... Fragen eines Tieres an einen Menschen, ob er wohl immer für das Tier da sein würde.

Es wurde kommentiert, die meisten Kommentare waren die Aussage "Ja natürlich".
Ein Kommentar aber war mehr. Es lautete "Für immer heisst für IMMER".

Es ist dieses Versprechen, das mich tief berührt, weil ich es ebenso fühle.

Und dann sehe ich Nelly, die in 2 Tagen ihren 3. "Re-Birthday" hat. Am 24.05.2012 wäre sie beinahe gestorben.
Die OP war teuer, die Süezialnahrung trieb mich beinahe in den Ruin, die Massen an Leckschutz, die meine Mutter gekauft hat, haben Unmengen an Geld verschlungen.

Aber nicht ein einziges Mal in den Wochen der Lebensgefahr, die Wochen, die ihr Leben dennoch jederzeit beenden konnten... nicht ein einziges Mal habe ich daran gedacht "Hättest du sie lieber nicht."
Alleine die Möglichkeit einen solchen Gedanken zu denken bricht mir das Herz.

Und dann sehe ich Anna, die so krank zu mir kam, ohne dass mir dies im vollen Umfang gesagt wurde, geschweige denn, dass es im vollen Umfang Untersuchungen gab.
Ich höre noch wie mir mehrfach angeboten wurde, dass ich sie ja zurück bringen könne und dass man doch in so ein altes Tier kein Geld mehr investieren solle - was brächte es denn alles zu wissen was sie hat?

Anna ist in 3 Tagen genau 7 Monate bei mir, aber mein tief empfundenes Versprechen hat sie genau so sicher in der Tasche wie Nelly, die schon fast 10 Jahre an meiner Seite ist.

Und ich frage mich welchen Grund es für mich gäbe einen Hund wieder abzugeben. Mir fallen verschwindend geringe Gründe ein, denn wenn wir mal ehrlich sind, bringt Nelly schon fast alles mit, was für andere Leute Gründe wären. Denke ich an das Nicht-Alline-Bleiben-Können oder die Aggression ggü. Fremden, dass sie in Zusammenhang mit Kindern grundsätzlich mit Vorsicht zu geniessen ist.
Betrachtet man all ihre Fehler ist sie DER Kandidat, um ein Wanderpokal zu werden.

Aber wisst ihr... wir verlangen von unseren Hunden ständig Perfektion. Er muss perfekt hören, er muss parieren, er darf keine Fehler machen und nichts, was mir - seinem Menschen - nicht gefällt.

Im Gegenzug sehen wir unsere eigenen Fehler aber nicht. Bin ICH denn der perfekte Sozialpartner für meinen Hund? Mache ich immer alles, was er sich wünscht? Mache keine Fehler?

Lieber Leser, sei einmal in einer ruhigen Minute ganz ehrlich zu dir selbst. Liste nicht Fehler auf, weder die eigenen, noch die deines Haustieres. Sondern gestehe auch deinem Tier zu, nicht perfekt sein zu müssen. Eben weil du, die du Pefektion erwartest, sie selbst gar nicht bieten kannst.

Und so nimm dein Tier bei der Pfote und sieh ein, dass ihr zwei Wesen seid, die nicht perfekt sind, aber zueinander gefunden habt. Und somit hoffentlich eine Einheit von Vertrauen und Liebe bildet.

Und wenn du so etwas mit deinem Tier hast, dann ist es leicht dieses Versprechen zu halten.

Für immer heisst für IMMER.

Eure
Mona mit den beiden Hühnern

Sonntag, 10. Mai 2015

Das Ding mit dem Gassi gehen und so...

Hallöchen zusammen,

erstmal wünsche ich allen Menschen- und Tier-Muttis einen schönen Muttertag. :)

Wir waren heute bei meiner Mutter und sind dann auch gleich eine Runde spazieren gegangen.
Meine Mutter hat sich Nelly geschnappt, ich hatte - mehr oder weniger - Anna.

Was heisst das: Mehr oder weniger?
Das will ich euch verraten:

Anna läuft wo sie kann mit schleifender Leine. Gut, heute nicht ganz legal, weil wir uns in der Brut- und Setzzeit im Wald aufgehalten haben. Psssssssssssssssssssst. ;)

Normalerweise würde ich sowas nie tun, ABER: Es ist Anna.
Ganz davon abgesehen, dass ein Reh ihr in den Hintern kneifen müsste, wenn es hinter ihr läuft.... wäre auch absolut jedes Tierkind schneller, als Anna. Zusätzlich kommt, dass sie Schwierigkeiten hat was hartes zu beissen und generell von einer Kaffeebohe mehr Verletzungsrisiko ausgeht, als von meinem Mini-Mäuschen.
Also dachte ich mir: Dieses """""Risiko""""" kannst du mal eingehen.

Nelly würde ich in dieser Zeit nicht mal an eine 5 m Leine machen, weil sie eventuell versteckte Tierkinder aufspüren und sofort umbringen würde. Nein, die lief schön an 1,20 m wie sich das gehört für einen Hund wie sie.

So, nun ist Anna einen Tick langsamer als Nelly. Daran haben Nelly und ich uns schon lange gewöhnt. Meine Mutter bringt nicht so viel Geduld auf. Sie sprintete förmlich durch den Wald, während Anna und ich uns nicht hetzen liessen. Warum auch? Haben ja keinen Zeitdruck. Das mit dem "zusammen" gehen war so natürlich hinfällig, aber ich lass mein Ömchen machen. Wenn sie mal irgendwo ZU lange braucht, dann zeig ich ihr das schon.

So nun kommen immer mal Leute zu mir, die Anna wenig bis gar nicht kennen, aber wissen, dass sie taub ist. Und die sind dann ganz entsetzt, wenn ich sage "Läuft ohne Leine".
Es kommt in der Tat selten vor, dass sie ganz ohne Leine läuft, meistens schleift sie die 3 m Biothane-Leine hinter sich her als Sicherheit für mich. Bevor ich das aber erklärt habe, ist Ostern und deshalb sage ich "ohne Leine".
Und dann geht es los... ohne Leine... taub... läuft weg... bla bla bla.

Ja, man kann in der Tat nicht jeden tauben Hund auch von der Leine lassen. Aber diese Leute sollten doch MICH ausreichend kennen, um zu wissen, dass ich kein unkalkulierbares Risiko eingehe. Nelly kommt nie von der Leine, nicht mal schleifend und das aus gutem Grund. Warum sollte ich bei meinem zweiten Hund so leichtsinnig sein und etwas machen, was eigentlich gar nicht geht? Das macht ja wenig Sinn.

Anna bewegt sich selten weiter als 3 m von mir weg. Ich bin keine Sportskanone, aber wenn die "Gas gibt", bin ich im schnellen Schritt immer noch schneller, als sie. Also was daran ist ein Risiko? ;)

Denkt bitte immer daran den einzelnen Hund und seine Anlagen zu bewerten und nicht wegen einem Fakt gleich die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen.

Ich weiss schon was ich tue. ;)

Einen schönen Sonntag noch
Mona mit dem Flausch-Tier und der tauben Nuss. ;)

Donnerstag, 16. April 2015

Erlebnisse beim Tierarzt - oder: Warum ich weiss was ich an Windeby habe

Hallöchen zusammen,

gestern habe ich mal wieder ein Tierarzt-Erlebnis gehabt, das mir beweist was ich an Windeby habe.

Am Dienstag abend wollte ich mit den Mädels in den Hausflur. Ich öffnete die schwere Tür, die auch von alleine zu geht und bemerkte leider zu spät, dass Anna noch nicht ganz durch war. Die Tür traf, Anna fiel und guckte mich schmerzverzerrt an. Ich hob sie auf, trug sie in die Wohnung, tastete sie ab und gab ihr eine von ihren Schmerztabletten. Sie frass normal und machte alles normal, sodass ein Not-Tierarzt-Besuch wohl nicht notwendig war.

Gestern früh wollte sie die beiden Stufen vorm Haus nicht nehmen, im Laden angekommen legte sie sich hin und stand 2 Stunden nicht auf (was für sie unnormal ist), sie nahm auch nicht jedes angebotene Leckerlie, das sie sonst immer gierig verschlingt. Das alles sind für mich Alarmsignale, ich organisierte, dass meine Mitarbeiterin kommt, machte einen Termin bei dem Tierarzt hier vor Ort.

Dort angekommen schilderte ich was passiert ist. Der Tierarzt guckte sich zuerst ihre Augen an. Gut, dachte ich mir, ich habe ihm nicht gezeigt wo die Tür getroffen hat, was ich dann natürlich tat. Doch er guckte in die Augen und ins Maul, mein Hinweis, dass ich wegen was anderem da bin, wurde erstmal ignoriert.
Dann strich er über die Wirbelsäule und wies mich darauf hin "Anna ist aber ganzschön abgemagert."
Abgemagert? Also etwas zu dünn wegen ihrer stetigen Mäkelei ja, das weiss ich, Grund ist gefunden und abgestellt. Aber ABGEMAGERT ist die nicht!
Ich weis ihn darauf hin, dass ich auch deshalb nicht da bin, sondern er gucken soll, ob sie Schmerzen hat oder ob ich mir nur einbilde, dass sie seit gestern hinten rechts eine kürzere Schrittfolge hat etc.

Dann zog er ohne Vorwarnung eins ihrer Hinterbeine im gefühlten 90 Grad-Winkel nach hinten, was Anna direkt zu Fall brachte, denn sie hat kein Gleichgewicht aufgrund ihrer schlechten körperlichen Konstitution. Sie klatschte also auf den Tisch und purzelte fast runter, da kofferte ich ihn an, dass wenn er sowas macht, er mir vorher Gelegenheit geben muss, sie ordentlich zu stützen. Ging gar nicht und Anna war auch sehr unglücklich.

Er fing an ihren Bauch abzutasten und danach die Rippen. Bei den Rippen fing sie an zu quietschen, er ging zum PC und fragte mich wann das letzte Blutbild gemacht wurde. Zusammenhang??? Auf die Frage nach selbigem erhielt ich keine Antwort.
Er schlug mir dann vor ihr zusätzlich ein Schmerzmittel zu spritzen... ja... ähm... und dann? Kein Röntgen, kein nichts? Ich hab aus Windeby extra die Röntgenbilder schicken lassen, damit er vergleichen kann was vorher kaputt war und was sich da ggf. geändert hat. Nö, Röntgen braucht man noch nicht.

Ich fühlte mich insgesamt überhaupt nicht ernst genommen, als wäre ich DER Hypochonder und als sei ich da völlig hysterisch kreischend rein gerannt. Nichts davon war der Fall und das Quietschen beim Aptasten der Rippen sagt mir, dass da irgendwas ist.

Er schlug mir dann vor den Lidrandtumor noch flott zu entfernen, wenn sie schon ein Schmerzmittel gespritzt bekommen hat. Ich stimmte zu, die Argumentation machte Sinn und das Teil stört auch wirklich, denn es lag direkt auf dem Auge auf. Das war aber auch das einzige, was da gestern Sinn machte und ich bin vom Besuch sehr enttäuscht.
Und ich frage mich nach dem Grund, denn zwei Freundinnen von mir waren schon da mit "Ich GLAUBE er hat Schmerzen, aber ich kann das an nichts festmachen und es ist auch nichts passiert" und die hat er durchaus ernst genommen.
Ich habe zwei Theorien: Er hatte gestern einen wirklich schlechten Tag oder er mag mich nicht.

Was es auch ist - noch auf seinem Parkplatz habe ich in Windeby angerufen und einen Termin für Anna gemacht. Bis dahin hangeln wir uns mit den Schmerzmedikamenten durch, aber das kann ich nicht schier ungeprüft lassen. Was, wenn eine Rippe gebrochen ist? Kann natürlich sein, dass es "nur" eine Rippenprellung ist, aber es kann ja noch so vieles anderes sein.

Bei Tierärzten bin ich generell empfindlich, wenn ich aber nach so einem Vorfall nicht ernst genommen werde, dann bin ich sauer. Ich bilde mir die Anzeichen doch nicht ein, die Anna mir gibt. Und ich will auch nicht hingestellt werden, als würde ich meinem Hund nicht genug zu Essen geben, denn das ist de Facto nicht der Fall. Hey, ich betreibe einen Laden u.a. für Tierfutter - wenn Anna nicht genug von allem hat, welcher Hund denn bitte dann???
Ich will auch einen Tierarzt nicht drei Mal darauf hinweisen müssen, dass ich nicht wegen Augen und Zähnen da bin, sondern wegen nem Tür-Treffer.

Als ich das gestern abend einer Freundin erzählte (einer der beiden, die dort sehr zufrieden sind), war sie geschockt. Weil sie sowas von ihm gar nicht kennt.

Schauen wir mal wie es meinem Mäuschen heute so ergeht, heute Nacht war es ruhig und sie hat fast durchgeschlafen, war auch ordentlich kaputt gestern abend und schmiss sich direkt auf das erstbeste Kissen zum Pennen.

So, auf geht´s, hoffentlich geht es ihr heute früh besser.

Alles Liebe
Mona und die Hühner

Samstag, 11. April 2015

Gedanken zu Anna´s früherem Leben

Hallöchen liebe Hundefreunde,

ich bin grade "Schlaflos in..." und schreibe deshalb mal ein paar Gedanken auf, die mir in den letzten Tagen so gekommen sind. Sie drehen sich um Anna´s früheres Leben.

Wenngleich ich bei Nelly vieles nicht weiss, weil so viel gelogen wurde, handelt es sich nur um 6 Monate, die ich von ihrem Leben nicht kenne. Bei Anna ist das völlig anders... bei ihr sind es ca. 12 Jahre und eine so lange Zeit hinterlässt Spuren.

Und wenn sie gewisse Verhaltensweisen zeigt, dann fragt man sich woher sie das wohl kann oder hat.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie in ihrem Leben ein Zuhause hatte, denn was sie kann und amcht kann sie unmöglich alles erst in der Pflegestelle gelernt haben. Auch wenn Anna pfiffig ist und schnell lernt, sind das so Sachen, von denen ich sage, dass sie die von früher hat.

Zum Beispiel apportiert sie und soweit ich mich erinnern kann, hat die Pflegestelle gesagt, dass sie das von sich aus gemacht hat.
Um nur ein Beispiel von einigen Kleinigkeiten zu nennen.

Nun ist es so, dass Anna beim Futter unheimlich mäkelig ist und mich damit in den Wahnsinn treibt. Ich bat meine Tierärztin um Rat und sie hatte die simpelste Idee überhaupt: "Hast du schonmal daran gedacht, dass sie das Fressen aus einem Napf gar nicht kennt und sich aus alter Gewohnheit alles zusammen suchen will?"

Nee... darüber hatte ich noch nicht nachgedacht. Aber ich hatte schon bemerkt, dass wenn es das Trockenfutter aus der Hand oder im Raum verteilt gibt, sie es anstandslos frisst.
So... nun bin ich ja absolut nicht der Typ für Trockenfutter-Fütterei.... aber wenn das der Weg ist, um Anna dauerhaft ein hochwertiges Futter zu kredenzen, das sie auch noch gut verträgt... dann muss ich meine persönliche Einstellung hinten anstellen. Schlussendlich ist es doch so, dass man bei Anna nicht mehr viel kaputt-füttern kann - also warum nicht?

Ich habe mich für das Futter Applaws Senior entschieden, das hat 75 % Fleisch in der Trockenmasse, ist aber calcium- und natriumarm. Genau was das herzkranke Püppi braucht.
Und sie verträgt es super, was auch nicht selbstverständlich ist.

Seit nunmehr 1,5 Wochen frisst sie dauerhaft gut, denn so lange füttere ich sie schon aus der Hand bzw. im Raum verteilt.

Und wenn man sie dabei beobachtet, kann man sich fast bildlich vorstellen wie sie zurückhaltend, aber wehement bei Touristen und Einheimischen versucht hat Futter zu ergattern. Ich glaube, dass vieles in Sachen Fressverhalten aus dieser Zeit kommt.
Sie hat sicherlich mit einigem Abstand gestanden und lange mit ihren grossen, manchmal traurig wirkenden Kulleraugen geguckt, bis die Menschen diesem süßen Hund etwas abgegeben haben. Sicher hat sie gemerkt, dass wenn sie gierig danach schnappt, es weniger gibt, als wenn sie es ganz vorsichtig nimmt, denn letzteres tut sie wirklich. Sie nimmt das Futter selten mit den Zähnen, statt vielmehr mit der Zunge aus der Hand.

Aber dann gibt es auch die Momente, in denen sie vor mir steht, ich sie steicheln möchte, sie die Augen zusammen kneift und sich weg duckt. Und in diesen Momenten weiss man, dass dieses zauberhafte kleine Geschöpf auch die andere Seite des Menschen kennt.
Und diese Momente tun einem in der Seele weh. Man wünscht sich, diesen Hund von klein auf gehabt zu haben und das aus so vielen Gründen.
Nicht "nur", dass sie diese Gewalt nicht erlebt hätte, auch aus so vielen anderen Gründen. Zum Beispiel auch aus gesundheitlichen Gründen, Stichwort Herz, Zähne, Bewegungsapparat.

Ich hätte nicht gedacht, dass es früher oder später so eine Rolle in meinen Gedanken spielen würde was früher war. An und für sich ist es auch nicht wichtig, aber irgendwie auch doch.

Und ich habe die vielen Menschen im Kopf, die nötig waren, damit meine kleine Zaubermaus auf der Strsse überleben konnte, um heute zu meinen Füßen ruhig und gleichmässig zu schnarchen.

Dankbarkeit macht sich breit dafür, dass diese Menschen das Herz hatten einen alten Strassenhund zu füttern.
Dankbarkeit macht sich breit, dass die spanischen Tierschützer das Wagnis eingegangen sind und Anna haben operieren lassen mit dem riesigen Mamma-Tumor - und sie nicht einfach eingeschläfert haben oder auf der Strasse haben sterben lassen.

All diese Menschen waren nötig, damit Anna in ihrem Zuhause ankommen kann, das sie für den Rest ihres Lebens bedinungslos lieben und beschützen wird.

Alles Liebe
Mona mit den Zaubermäusen